Leider wurde das Wetter zunehmend schlechter und so machte man es sich nach dem Frühstück auf dem Schiff gemütlich. Ein gutes Buch, ein Plausch mit den Mitreisenden in der Lounge oder ein Besuch im Spa waren gute Möglichkeiten dafür.
Um 13.20 starteten wir unseren Ausflug per Bus mit Regenschirm und Friesennerz bewaffnet Richtung Le Havre und die Alabaster- Küste.
Nach dem Motto schlimmer gehts nimmer bescherte uns ein kräftiges Tiefdruckgebiet über dem Ärmelkanal Sturm, Hagel und waagrecht fliegenden Regen.
Wir durchfuhren das Mündungsgebiet der Seine, welches ursprünglich ein sumpfiges Flussdelta war. Über die Jahrhunderte wurde der Fluss durch viele Begradigungen und Trockenlegungen mehr und mehr für die Schifffahrt nutzbar gemacht.
Der Fluss selbst war vor der Zeit der großen Autobrücken ein schwer zu überwindendes Hindernis und so kannten sich die Bewohner der gegenüber liegenden Seite oft kaum.
Die Stadtrundfahrt durch Le Havre war trotz des Wetters interessant und unsere Reiseleiterin Dagmar berichtete von dem ehemals führenden Seehafen, der durch den 2.Weltkrieg eine brutale Zäsur erlitt. Nach modernen Gesichtspunkten wurde die Stadt nach dem Krieg wieder aufgebaut und die neuen Gebäude wurden erst als Plattenbauten verspottet. Erst als die UNESCO die Stadt 2005 auf die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen hatte, fand eine Neubewertung statt.
Ein bemerkenswertes Bauwerk ist der sogenannte Vulkan oder auch Elefantenklo – ein futuristischer Bau des brasilianischen Stararchitekten Oscar Niemeyer, in dem ein Theater untergebracht ist. Absolut sehenswert ist ebenso der Rathausplatz, der zu den größten in Europa zählt.
Der anschließende Besuch in Etretat fiel buchstäblich ins Wasser, da es an der Küste extrem regnete und stürmte. Mützen flogen in hohem Bogen davon und kaum ein Schirm war dem Wind gewachsen, sodass die Familie so schnell wie möglich in einem Café oder im Casino Unterschlupf suchte. Immerhin konnten wir einen kurzen Blick auf das tosende Meer werfen und die einzigartigen Kreidefelsen mit ihren schönen Bögen bewundern.
Auf der Rückfahrt zu unserem Schiff, welches inzwischen nach Caudebec en Caux weitergefahren war, outete sich unsere Reiseleiterin Dagmar als Kuh- und Bauernliebhaberin und konnte uns deshalb vieles über die ländlichen Reize der Normandie berichten.
Gerade noch rechtzeitig zum Abendessen schafften wir es an Bord unserer A-Rosa Viva, die für uns auch an diesem Abend ein ausgezeichnetes Restaurant, ein netter Tanzsalon und gemütliches Hotel in einem war.