Spruch des Tages:
„Casarte con una mujer que cocina rico – la belleza algun dia acaba, el hambre no“
„Heirate eine Frau, die gut kochen kann, denn Schönheit vergeht eines Tages, aber der Hunger bleibt.“
Unser Programm musste wegen eines Streiks auf dem Plaza de Armas angepasst werden, deshalb traf sich ein Teil der Familie um 10:00 Uhr zu einem Stadtbummel und die Besichtigungen laut ursprünglichem Programm wurden auf den Nachmittag verschoben.
Am Morgen erklommen wir das Künstlerviertel „San Blas“ mit seinen vielen Galerien und Kunsthandwerksläden. Am Ende des Aufstiegs erreichten wir die gleichnamige Kirche, die leider verschlossen war. Sehr schade, befindet sich doch im Inneren eine der schönsten geschnitzten Holzkanzeln weltweit.
Nach einer kurzen Verschnaufpause liefen wir weiter Richtung der Plaza de Armas. Je näher wir diesem kamen umso mehr Demonstranten versammelten sich und am Platz selbst war bereits eine ausgewachsene Demo im Gange. Vorsichtshalber verzogen wir uns ins nahegelegene „Star Bucks“. So konnten wir aus der 2. Etage und sicherer Entfernung das Treiben beobachten.
Auf dem Rückweg zum Hotel sprachen wir mit einer Demonstrantin, die sich sehr über die dramatisch schlechten Lebensbedingungen der meisten Peruaner beklagte, während einige Wenige sich durch Korruption die Taschen vollstopfen. Peru ist eigentlich ein reiches Land und wenn man die Missstände und ungerechte Verteilung des Vermögens anklagt, wird man nicht selten mit Gewalt zum Schweigen gebracht.
Zu Beginn unserer Städtetour besuchten wir die Iglesia (Kirche) de Santo Domingo.
Es ist weniger die Ordenskirche, die wir uns genauer ansehen wollten, sondern das, was erst ein schweres Erdbeben im Jahr 1950 wieder freilegte: Die Überreste der Grundmauer der Coricancha, des goldenen Hofes.
Die Coricancha war der heiligste Ort der Inka und den ebenfalls dort befindlichen Sonnentempel durften nur die Adeligen barfuß, zum Zeichen der Demut mit einem Bündel auf dem Rücken und den Anweisungen des Hohepriesters folgend, betreten. An dieser Stätte wurden Hochzeiten, Krönungen, Bestattungen und andere Riten von großer Bedeutung abgehalten. Die Innenräume waren mit Goldfolie bedeckt und auf großen goldenen Scheiben wurden die Sonne, Mond, Sterne und viele weitere Götter der Inka dargestellt.
Allein das feinste Mauerwerk ist faszinierend: Die riesigen Mauersteine aus Trapezen, Quadern und Kreisen sind millimetergenau gemeißelt, sodass nicht einmal ein Fingernagel dazwischen passt und deshalb auch absolut erdbebensicher.
Ebenfalls hier befand sich der heilige Garten, in welchem goldene Figuren von Menschen, Tieren und Pflanzen aufgestellt waren. Bei der Verwendung von so viel Gold muss man wissen, dass dies keine Zurschaustellung von Reichtum war, sondern ausschließlich religiöse Gründe hatte.
Man kann sich leicht vorstellen, dass beim Anblick dieser unglaublichen Menge des Edelmetalls bei den Spaniern alle „Sicherungen“ durchbrannten und sie in einer Art „Goldrausch“ die ganze Stadt plünderten und zerstörten. Sie hatten ihr „El Dorado“ gefunden, die sagenhafte Stadt des Goldes. Es wurden – wie überall im Land – die Kunstschätze aus Gold nicht nur gestohlen, sondern auch in handlichere Barren eingeschmolzen, damit man sie besser nach Europa transportieren konnte. So waren die unermesslich wertvollen Kulturschätze der Inka für alle Zeit verloren.
Wir verließen den Inka-Sonnentempel Coricancha in Richtung Plaza de Armas.
Der Plaza de Armas zählt zu einem der schönsten Plätze der Welt und wird augenscheinlich seinem Ruf gerecht. Zuvor von den Inkas Huacaypata, Ort der Freude genannt, ist dies das Herz der Stadt.
Früher von goldenen Tempeln gesäumt, mit feinem weißen Sand bedeckt und mit einer schweren Goldkette begrenzt, strahlt der Platz auch heute noch viel Erhabenheit aus.
In der Kathedrale selbst, deren Bau über 100 Jahre in Anspruch genommen hat und die im Jahre 1654 fertig gestellt wurde, befindet sich eine Unmenge an Gemälden. Mehr als 400 Bilder der sogenannten Escuela Cusquena schmücken das Gotteshaus, darunter auch das berühmte Werk, auf welchem Jesus zum letzten Abendmahl ein gegrilltes Meerschweinchen verzehrt.
Obwohl die Kirchgänger allesamt katholisch sind, ist doch vieles anders als bei uns: So entdeckten wir unter den Sitzbänken beispielweise Cocablätter mit denen die Einheimischen „Pachamama“ (Mutter Erde) gütlich stimmen wollen und in einem Seitenaltar wird das Wohlwollen des Christuskinds mit reichlich Spielzeug erbeten.
Weiter ging es zum Ruinenkomplex Sacsaywaman.
Unter dem 10. Inka Tupac Yupanki wurde im 15. Jahrhundert mit dem Bau des gigantischen Bauwerks begonnen. Angeblich haben zwischen 20.000 und 40.000 Menschen 70 Jahre lang an seiner Fertigstellung gearbeitet. Wahrscheinlich hatte der Komplex zunächst eine eher religiöse denn eine weltliche Bedeutung. Der Haupttempel sollte die Zähne des imaginären Pumas, dessen Körper die Stadt Cusco bildete, darstellen.
Tonnenschwere, gigantische Steinblöcke, von denen man bis heute nicht weiß, wie sie eigentlich hierher transportiert wurden, bilden in Sacsaywaman drei monumentale Ringmauern.
Den Spaniern diente Sacsayhuaman nach deren Sieg über Manco Inka nur noch als Steinbruch. Doch sie konnten nur die kleineren Steine benutzen, die großen waren ihnen viel zu schwer für einen Transport.
Heute wird in den Ruinen von Sacsayhuaman jedes Jahr am 24. Juni das Inti Raymi gefeiert. Das Fest, der Wintersonnenwende sollte eigentlich am 21. Juni stattfinden, doch die Spanier versuchten mit dem Tag von Johannes dem Täufer einen Ersatzfeiertag einzuführen. Wurde das Datum von der indigenen Bevölkerung auch angenommen, so ist es nun doch der Sonnengott Inti, der vom 21. bis zum 24. Juni gefeiert wird und kein katholischer Heiliger.
Puka Pukara war unser nächster Halt. Zu sehen sind immer noch die Grundmauern der ehemaligen Festung sowie von Vorratskammern und Speichern.
Doch nicht nur als Festung soll Puka Pukara gedient haben, sondern auch als Jagdschloss und als Raststation für müde Stafettenläufer, welche Nachrichten oder Waren für den Inka von weit her im Laufschritt transportiert haben. Den Inkapfad, den die Läufer benutzten, kann man immer noch als dünne Linie auf den gegenüberliegenden Hängen erkennen.
Etwas weiter unterhalb der roten Festung gibt es eine weitere Sehenswürdigkeit, zu der wir in wenigen Minuten mit dem Bus gelangten.
Q’enqo ist nicht für seine Schönheit bekannt, dafür ist es eine umso interessantere Stätte. Wie bei den meisten Ruinen oder Ausgrabungen der Inkazeit ist man auch bei Q’enqo nicht ganz sicher, was es einmal gewesen ist.
Q’enqo bedeutet auf Quechua „das Gewundene” und weist wohl auf den sich windenden Pfad hin, der durch Steinruinen und Höhlen führt. Es ist anzunehmen, dass es sich um einen Ort handelt, der mit dem Totenkult in Zusammenhang steht und in den Nischen und auf den Sitzen, welche in den Höhlen ausgearbeitet sind, zu den Riten Mumien aufgestellt wurden.
Am Eingang der Höhlen findet sich ein großer, behauener Steinblock, der einem Puma ähnelt. Hier sollen sich die Verstorbenen von der Oberwelt abgemeldet haben, bevor sie ins Reich der Toten eingetreten sind. Auch einige Kanäle und Rinnen gibt es, in welchen wahrscheinlich Blut oder andere Flüssigkeiten geopfert und in das Innere der Höhlen geleitet wurden.
Was auch immer Q’enqo einmal gewesen sein mag, es überkommt einen jedenfalls ein leicht mulmiges Gefühl, während man durch die Höhlen geht und sich entlang des gewundenen Pfades bewegt.
Am Abend wurden wir als Ausgleich für den einen oder anderen Mangel bei den Hotels von der lokalen Agentur zu einer Dinner Show mit peruanischen Tänzen und Musik eingeladen. Es wurde ein sehr schöner Abend und Ivan war als Eintänzer wieder in seinem Element.