Der Flug der British Airways ging zwar erst am Mittag, aber da auf den deutschen Autobahnen momentan stets mit unvorhersehbaren Hindernissen zu rechnen ist, traf sich eine muntere Schar von 24 Reisenden schon in den frühen Morgenstunden an der Schönbornhalle in Mingolsheim. Ein komfortabler Reisebus brachte uns alle direkt vor die Abflughalle und die Fluglinie öffnete, wie zugesagt, einen Gruppenschalter. Am Terminal 2 geht es ja glücklicherweise etwas ruhiger zu und so konnte man sich beim gemütlichen Frühstück in der oberen Etage schon etwas kennenlernen. Mit etwas Verspätung, die wohl dem erhöhten Flugaufkommen geschuldet war, startete der Flieger dann Richtung London. Für Aufregung sollte dort allerdings ein einzelnes Gepäckstück sorgen, dass auf unerfindlichen Gründen auf dem nächsten British Airways Flieger verladen wurde. Aber das wurde schon in London Heathrow ermittelt und der ständige Kontakt zu den Mitarbeitern von Citybag-Luggage, die in solchen Fällen für die Nachsendung zuständig sind, sorgte für Gewissheit, dass der Koffer nicht verloren war.
Am nächsten Tag traf er im Hotel ein und eine hilfsbereite Gruppe, hätte gerne mit allem ausgeholfen, was in der Zwischenzeit fehlte. Auch das Flugzeug des GEBECO Reiseleiters landete in einem anderen Terminal als geplant und so war es fast schon Vorsehung, dass Gruppe und Reiseleiter letztendlich zeitgleich zusammentrafen. Der Busfahrer Richard der uns die ganzen Tage über 1.550 Meilen sicher fahren sollte, war allen sofort sympathisch und besonders bei einer langen Fahrt rückwärts, zeigte er seine ganze Fahrkunst.
Das erste Ziel hieß Windsor Castle. Dr. Andreas Klein, der auch für Studiosus tätig ist, führte uns schon auf der Fahrt in die englische Denkweise ein und da er nicht nur in England lebte, sondern auch an der Universität als Dozent arbeitete, konnte er sehr gut vermitteln, was die Briten so besonders macht. Aber auch praktische Tipps hatte er zum Beispiel bezüglich des Geldes. So hielt er uns an, Geldscheine immer auf das durchsichtige Fenster zu prüfen, da alte Geldscheine ungültig sind. Es war für viele wieder gewöhnungsbedürftig mit Fremdwährung umzugehen. Aber es tauchte kein „falscher“ Geldschein auf, so wie auf der ganzen Reise vergessene Kameras oder liegengelassene Handys auf Toiletten stets wieder auftauchten. Immer wieder thematisiert wurde natürlich das Verhältnis der Bevölkerung zur britischen Königsfamilie, besonders bei einem Besuch von Windsor Castle, das ja eine der Residenzen der Familie Windsor ist. Immer wieder erklärte er die Bedeutung der Queen, die in ihrem hohen Alter, wie ein Fels in der Brandung ist und wie niemand anders für Kontinuität und Disziplin steht. Sie verkörpert die englischen Tugenden und auch Prinz William, der wahrscheinlich die Thronfolge antreten wird, wird sehr geliebt, nicht zuletzt weil er einem bürgerlichem Beruf nachging. Der Besuch von Windsor Castle war fakultativ und so besichtigte ein Teil der Gruppe die sehr interessanten Räumlichkeiten. Ein weiteres wichtiges Thema ist das englische Wetter, das wirklich immer im Zentrum einer jeden Unterhaltung steht. Windsor Castle leuchtete in der Sonne und der Himmel war wolkenlos blau. Dieses herrliche Sommerwetter sollte die ganze Woche über halten und dies war nicht nur ungewöhnlich, sondern ein besonderes Glück, denn bis zur Ankunft der Gruppe war es regnerisch und kühl gewesen. Trotzdem mahnte Andreas immer genügend Kleidung zum Wechseln zur Hand zu haben, da das Wetter auf der Insel so schnell umschlagen kann, wie nirgendwo sonst. Der Rest schaute sich den Ort an, der obwohl er eine Kleinstadt ist über zwei Bahnhöfe verfügt und nur durch die Themse vom gegenüberliegenden Eton getrennt wird. Im Bahnhof Windsor Eton Central steht die Lokomotive, namens The Queen , mit dem schon Königin Victoria zu reisen pflegte. Wunderschöne Einkaufsarkaden luden zum Bummeln ein und auch der ein oder andere erste Imbiss wurde eingenommen. Sehenswert sind außerdem die Windsor Parish Church of St. John Babtist, die im Tudorstil errichtet wurde. Nach der Besichtigung dieser Kleinstadt, deren Gründung auf die Zeit der Angelsachsen zurückgeht und an der die industrielle Revolution, die viele Städte veränderte, komplett vorbeiging, fuhren wir zum ersten Domizil der Reise. Das Doubletree by Hilton im Norden von Bristol empfing uns mit einem frisch gebackenen Cookie, den es in dieser Kette immer gibt und einem leckeren gemeinsamen Dinner, das allen sehr gut schmeckte. Alle waren aufgrund des frühen Aufbruchs am Morgen rechtschaffen müde und trotzdem traf man sich danach noch an der gemütlichen Bar. Einige verfolgten die spannenden Tennismatchs in Wimbeldon, die natürlich übertragen wurden und traditionell trinken die Engländer dazu den Pimms No. 1 Cup. Ein erfrischendes Getränk das mit einem auf Ginbasis und 27 Kräutern bestehenden Kräuterlikör (Pimms No 1) und Limonade oder Gingerale gemischt wird und mit Obst und Minze serviert wird. Aber auch das englische Bier ist ein guter Absacker und man ging früh schlafen.