Spruch des Tages:
„Die Furcht vor der Gefahr ist schrecklicher als die Gefahr selbst.“
Die Abfahrt wurde von unseren Guides auf 08:00 Uhr festgelegt, da eine lange Fahrt bis zur Serengeti bevorstand. Gut gestärkt vom leckeren Frühstück ging es zunächst durch den Ngorongoro Nationalpark. Wir passierten auch einen Aussichtspunkt, um in den Krater hinabzuschauen, was aber an diesem Vormittag wegen Nieselregen nicht möglich war.
Der Nebel lichtete sich bei Einfahrt in die Ebene der Serengeti.
Einen Stopp machten wir am Abzweig zu den Ausgrabungsstätten des „Homo Habilis“, einem unserer Vorfahren, der vor 1,8 Millionen Jahren hier lebte und jagte. Entlang der Piste tauchten immer wieder Massai-Dörfer mit ihren Kraals und Viehherden auf.
Die nomadisch lebenden Massai sind als Viehhüter und stolze Krieger weltbekannt. Viele Romane und Filme transportieren das Bild eines vom Untergang bedrohten Volkes, das einer längst vergangenen Zeit angehört. Tatsächlich gab es weder in der Vergangenheit noch in der Gegenwart funktionierende Ansätze um die Kultur der Massai zu schützen und weiterzuentwickeln. Trotzdem haben sich diese Menschen, die in einer sehr engen Beziehung zu ihrem Vieh leben, bis heute viele ihrer Traditionen bewahren können. Viele Konflikte müssen jedoch in der Zukunft bewältigt werden. So steht die Viehwirtschaft dieser Volksgruppe oft in Konkurrenz mit dem Wild- und Naturschutz. Weitgehend ausgeschlossen vom Bildungssystem und durch die immer schlechter werdenden Bedingungen für ihre Herden, müssen sie sich immer häufiger ihren Lebensunterhalt als Wächter, Produzenten für billige Souvenirs oder Eyecatcher für Touristen verdienen. Es bleibt zu hoffen, dass die Massai mehr Rechte für eine selbstbestimmte Entwicklung von den Regierungen Ostafrikas zugestanden bekommen. Möglicherweise hilft ihnen dabei ihre internationale Berühmtheit und Popularität.
Gegen Mittag erreichten wir den durch unzählige Tierreportagen weltbekannten „Serengeti-Nationalpark.“ Er ist der zweitgrößte Park des afrikanischen Kontinents und entspricht ungefähr der Größe Schleswig-Holsteins. Mit drei Millionen größeren Säugetieren ist er sogar der wildreichste Nationalpark der Welt.
Besonders das Engagement von Bernhard Grzimek sowie seines Sohnes Michael Grzimek haben zur Erhaltung dieses Schutzgebietes und zu dessen Anschluss an den „Massai Mara“ in Kenia entscheidend beigetragen. Durch den Zusammenschluss dieser beiden Parks können wir heute noch die große Tierwanderung (ca. zwei Millionen Tiere) bewundern und die grenzenlose Schönheit dieses einzigartigen Ökosystems erleben.
Frisch gestärkt durch ein Picknick an einem schönen Rastplatz ging unsere Safari weiter und die Serengeti hielt auch gleich ein absolutes Highlight für uns parat:
Eine Gepardin mit ihren Jungen hatte sich unter einem Busch versteckt und wir konnten diesen seltenen Anblick aus nächster Nähe genießen.
Da das schnellste Landtier der Welt (bis zu 100 km/h) nicht besonders wehrhaft ist, sind seine Bestände selbst in Schutzgebieten sehr bedroht. Neben den Menschen machen andere Raubtiere (Löwe, Leopard, Schakal oder Hyäne) Jagd auf den Nachwuchs oder machen den Geparden die Beute streitig. Als Tarnung wächst daher den kleinen Geparden ein Deckfell, das dem des Honigdachses ähnelt. Der Honigdachs ist im Gegensatz zum Gepard ein sehr aggressiver und robuster Gegner, wenn er von einem Raubtier angegriffen wird. Diese Tarnung verschafft den kleinen Geparden zumindest einen gewissen Schutz vor den Angreifern.
Giraffen, Elefanten, Antilopen waren an diesem Nachmittag weitere Attraktionen des Tierreichs. Weil es so viel zu sehen gab, verloren wir etwas die Zeit aus dem Auge und als uns an einem Löwenfelsen (Simba Kopjes) eine komplette Löwenfamilie die Ehre erwies, war jedes Zeitgefühl verflogen.
Es war einfach unfassbar schön diesen majestätischen Tieren mit ihrem Nachwuchs sooo nah sein zu dürfen.
Als es bereits dämmerte, stellten wir fest, dass wir uns verfahren hatten und der Wagen von Hussein nicht mehr zu lokalisieren war. Nach einiger Zeit waren dann doch alle drei Fahrzeuge mit „Inhalt“ wieder beisammen und wir beeilten uns zu unserer Lodge „Tanzania Bush Camp“ zu kommen. Doch wieder mussten wir stoppen: einige Löwinnen hatten sich extrem selbstbewusst auf die Straße gelegt, um sich auf ihre nächtliche Jagd einzustimmen. Mittlerweile war es dunkel geworden und wir konnten die richtige Lodge nicht sofort finden. Erst nach einem Fehlversuch und einer wilden Fahrt durch aufgeschreckte Gnu und Zebraherden erreichten wir endlich unsere Unterkunft für die nächsten beiden Nächte.
Was für ein Abenteuer!!!
Nach einer kurzen Besprechung bezüglich des Programms für den nächsten Tag, waren alle glücklich über das leckere Buffet und eine Dusche danach.