Afrikanische Weisheit:
„Jeden Morgen erwacht in Afrika eine Gazelle und weiß, dass sie schneller laufen muss als der schnellste Löwe, wenn sie am Leben bleiben will.
Und jeden Morgen erwacht ein Löwe und weiß, dass er schneller laufen muss als die langsamste Gazelle, wenn er nicht verhungern will.
Egal, ob man nun Gazelle oder Löwe ist – sobald die Sonne aufgeht, muss man laufen.”
Die Reise-Familie musste ganz früh raus aus den Betten, da es bereits um 06:00h zur morgendlichen Pirschfahrt losging. Wie gemalt wirkte die Szene als die Sonne über dem Busch aufging und wir voller Vorfreude auf die wilden Tiere in unsere schon liebgewonnen Geländewagen stiegen.
Zunächst war die Savanne im morgendlichen Licht die Attraktion, über der einige Heißluftballons lautlos dahin schwebten. Die Landschaft wird geprägt durch viele Schirmakazien, deren Blätter die Giraffen lieben und willkommene Schattenspender sind. Die Leberwurstbäume haben ihren Namen auf Grund ihre wurstähnlichen Früchte, die von den Einheimischen als Medizin verwendet werden.
Wir sahen einige „Hippos“, die noch aus der Nacht am Grasen waren, viele Vögel wie Aasgeier, Marabus oder Riesentrappen. An einem Flusslauf konnten wir eine große Gruppe von Flusspferden aus nächster Nähe beobachten und auch „riechen“.
Nach der schon gut eingeübten Routine des Picknickens am Mittag folgte einer der absoluten Höhepunkte der Reise. Neben vielen Giraffen, Elefanten und Löwen, trafen wir an einem Flusslauf auf eine riesige Herde von Knus und Zebras sowie Antilopen. Es müssen tausende Tiere gewesen sein. Vermutlich waren wir auf einen Teil der „Great Migration“ (große Wanderung) gestoßen, die auf Grund von klimatischen Verhältnissen schon früher von Kenia nach Tansania zurückgekehrt waren. Es war überwältigend!
Die große Migration ist ein Wanderzyklus, der im April in der westlichen Serengeti beginnt und von den Gnus angeführt wird. Sie folgen ihrem Instinkt, der sie zu frischen Weiden und Wasserstellen führt. Ca. 200.000 Zebras und 300.000 Thomson-Gazellen folgen ihnen auf dem 1000 km langen Trek, der die Tiere über Kenia im Norden und über den Ostteil der Serengeti bis zur Jahreswende im Uhrzeigersinn wieder zu ihrem Ursprungsgebiet zurückführt. Seit Jahrtausenden sorgt die große Migration dafür, dass die Tier- und Pflanzenwelt im ökologischen Gleichgewicht bleibt. Es muss alles daran gesetzt werden dieses Paradies für die zukünftigen Generationen zu erhalten.
Nun hatten uns unsere Führer Karim und Hussein auch einen der selten zu sehenden Leoparden versprochen. An diesem Nachmittag nun lösten sie ihr Versprechen ein: Wir entdeckten ein auf einem Baum dösendes Prachtexemplar und waren wundersam entzückt von der anmutigen Schönheit dieser Raubkatze.
Vorbei an Elefantenherden, unzähligen Giraffen und einigen Wasserbüffeln ging es nach einem unvergesslichen Safaritag zurück zu unserem Camp, wo wir zunächst einmal etwas für unsere ausgetrockneten Kehlen tun mussten.
Nach dem Abendessen hatte unsere Reisefamilie noch einen Geburtstag zu feiern. Die Belegschaft gratulierte mit einem kleinen Tänzchen um den Tisch und sang dabei ihre eigene „Hakuna Matata“-Liedversion. Das Geburtstagskind zeigt sich spendabel und so saßen wir noch einige Zeit gesellig zusammen bis wir zu unseren Zelten eskortiert wurden.